t i p p s & t r i c k s  
 
Makro-Ringlichter gibt es einige auf dem Markt. Ringblitze, Ringlichter mit Röhre sowie LED-Ringlichter sind im Wesentlichen die Kategorien. Gute, durchdachte Produkte sind meist recht teuer. LED-Ringlichter kosten in einer guten Ausführung schnell mal 500 Euro. Für mich Grund genug, mir über einen Eigenbau Gedanken zu machen. Durch verschiedene, schon vorhandene Eigenbauten nebst der nötigen Elektronik, die teilweise schon im Internet publiziert wurden waren einige Anregungen für mich vorhanden. Allerdings gefiehl mir bei einigen die Ausführung des Gehäuses für Akkus und Elektronik nicht, bei anderen fand ich die Ausführung des LED-Ringes und der Objektiv-Befestigung nicht so gut gelößt. Warum z.B. ein Batteriegehäuse kaufen, wenn alte Blitzgeräte hervoragend dafür geeignet sind. Das Blitzgerät 32 CT3 von Metz ist gleich aus mehreren Gründen ideal zu Realisierung. Auch die Befestigung des Ringlicht am Objektiv ist bei manchen Ausführungen durch fest verklebte oder intergrierte Gewindeadapter nicht unbedingt flexibel. Hier war für mich ein geänderter Cokin P Filterhalter die ideale Lösung. Beides, das Batterie-Elektronikgehäuse sowie den geänderten Filterhalter möchte ich weiter unten etwas näher beschreiben. Allerdings soll auch diese "Bastellei" wieder nur als Anregung für einen möglichen Eigenbau eines Makro-Ringlicht sein. Zur Herstellung des LED-Ringes und der Steuerung möchte ich nur am Rande eingehen, da schon die unterschiedlichsten Varianten bereits im Internet vorhanden sind und manche gar nicht die Möglichkeit haben, "Diese" Bauteile in dieser Ausführung herzustellen. Der Schaltplan der Steuerung muss noch neu gezeichnet werden. Danach wird Dieser noch nachgereicht. Bei Interesse sende ich aber auf Anfrage gerne einen Scann per Email.
m a k r o r i n g l i c h t
 
 Links das Endprodukt in unterschiedlicher Konfiguration, montiert direkt auf der Kamera und mit Blitzschiene und Metz Powergrip G15 sowie Lichtleitblende auf dem LED-Ring.
 

Vor dem eigentlichen Baubeginn der Ringlichteinheit wurde zuerst mal der LED-Typ bestimmt. Dieser hat wesentlichen Einfluss auf die spätere Ausführung des LED-Rings. Wichtig ist hierbei der Abstrahlwinkel der LED. Es gibt mittlerweile weisse LED´s mit unterschiedlichem Abstrahlwinkel. (etwa 20 Grad und 50-60 Grad) beide LED-Typen haben Vor- und Nachteile. Die LED´s mit ~20 Grad bringen eine recht gebündelte und sehr helle Lichtausbeute mit dem Nachteil, daß der nicht mehr ausgeleuchtete Kegel innerhalb des Lichringes je nach Einbau und Ringdurchmesser des LED-Ringes relativ weit vom Objektiv entfernt liegt. Das heißt, die volle Ausleuchtung des Objekts beginnt bei Standarteinbau erst bei etwa 20-25cm vor dem Objektiv. LED´s mit breitem Abstrahlwinkel bringen eine wesentlich bessere Ausleuchtung, (etwa 5 cm vor Objektiv) haben aber eine gering nutzbare (Lichtstärke) ab einer relativ kurzen Entfernung. Zudem sind diese LED´s noch relativ teuer. Auch komerzielle Hersteller bieten aus diesen Gründen LED-Makrolichter für unterschiedliche Anwendungen (Objektentfernung) an. Letztendlich habe ich mich (auch aus Kostengründen) für weiße LED´s mit 20 Grad Abstrahlwinkel, 5mm Durchmesser und einer Helligkeit von 12.000 Candelar entschieden. Für die Anwendung am E-System wurde die Konstruktion des LED-Ringes an das 150er Makroobjektiv von Sigma angepasst und auf die kürzeste Aufnahmeentfernung dieses Objektiv´s angepasst. Dazu wurde der Aluminiumring so ausgeführt, das 32 LED´s in einem Winkel von 5 Grad nach innen geneigt angeordnet sind. Das bringt bei dem gewählten Ringdurchmesser eine vollflächige Ausleuchtung ab einer Objektentfernung von etwa 15 cm ab Frontlinse. Diese Entfernung entspricht in etwa der Naheinstellgrenze 150er Sigma. Um nun auch Makroobjektive/Objektive mit kürzerer Naheinstellgrenze mit dem LED-Ringlicht betreiben zu können und ich nicht noch einen zusätzlichen Ring mit einer anderen Abstrahlrichtung verwenden/bauen wollte, wurde noch eine passende Lichtleitblende konstruiert. Diese wird auf den LED-Ring gesetzt und leitet einen Teil des Licht´s nach innen, sodas auch kürzere Objektabstände mit gleichmäßiger Ausleuchtung möglich sind. Diese Blende ist auf dem Bild oben an der E-400 mit dem 14-54 zu erkennen.

Zur Elektronik: Die Steuerung wurde so ausgelegt, das die Akku/Batteriespannung von 4,8/6 Volt auf etwa 40 Volt gebracht wird. Diese 40 Volt werden in der Steuerung durch einen Konstanter-Baustein auf (geregelte) 30 Volt herunter geregelt. Jeweils 8 hintereinander geschaltete LED´s werden mit diesen 30 Volt beaufschlagt. Zusätzlich, oder sollte man sagen noch wichtiger, wird der Strom in der Steuerung auf 20mA geregelt (darum 3 Adern zum LED-Ring) um zum einen eine Überlastung der LED´s zu verhindern, hauptsächlich aber ist dies die eigentliche Regelung. Diese Ansteuerung bringt den Vorteil, daß eine gleichmäßige Helligkeit über einen langen Betrieb gewährleistet wird. Es werden LED-Ringleuchten publiziert bei, denen die Betriebsspannung lediglich mit Widerständen auf die Nennspannung der LED´s gebracht wird. Nachteil: Die Helligkeit der Ringleuchte nimmt zwar kaum merklich aber permanent ab. Die Ansteuerung mit Stromregelung und der Konstantspannung hat mit Akku´s und einer Kapazität von etwa 2000 mA/h eine gleichmäßige Brenndauer von etwa 2 Std.. Vorraussetzung: LED-Ring mit 32 LED´s, Nennspannung 2,8-3,2 Volt und 20mA. Mit danach etwas geringerer Lichtausbeute brennt der LED-Ring immer noch etwa 1 Std.. Eine gleichmäßige Brenndauer mit "Babyzellen/Akkus", (die mit dem ebenfalls einsetzbaren Metz Powergrip G15 möglich sind), von 3-7Std.!! sind möglich.

Gehäuse Akku/Elektronik: Wie schon oben zu erkennen, habe ich mich für ein paar Metz 32 CT 3 für das SCA 300-System entschieden. Das hat mehrere Gründe. Zum Ersten ist dieses Blitzgerät ein meiner Meinung nach formschönes Gehäuse. Durch die Schwenkmöglichkeit sowohl horizontal wie auch vertikal lässt sich die Kabelzuführung leicht aus einem eventuellen Störbereich bei der Aufnahme entfernen. der Modus-Schalter zur Einstellung von M, A, Blende und TTL kann bleiben und als Powerschalter genutzt werden. Diese Blitzgeräte sind für wenige Euro im Internet gebraucht zu bekommen. Zum Zweiten bietet es die Möglichkeit, einen Powergrip von Metz zu verwenden. Dies hat den Vorteil, auch Baby-Akkus/Batterien verwenden zu können und somit einen eklatanten Kapazitätsgewinn zu erzielen. Zudem eröffnet der Griff zusätzliche Montage-Handlings-Möglichkeiten.

Zuleitung zum LED-Ring. Hier habe ich Blitzkabel von Metz benutzt. Diese gibt es gebraucht in den unteschiedlichsten Ausführungen, sodas ich mir hier eine Aufzählung spare, da das eigentlich verwendete Kabel von der Adernkonfiguration immer gleich ist. (8 Adern) Die Verbindung des Kabels zum "Generator" 32 CT 3 erfolgt über eine Stecker/Kupplungskombination von der Firma Binder Serie 711. Diese Stecker werden von verschiedenen Online-Anbietern vertrieben und sind über Mercato zu finden. Bei den 8 Adern des Metz-Blitzkabels wurden jeweils 2 Kabel zusammen gefasst, da eigentlich nur 3 gebraucht und der Leitungsquerschnitt dadurch erhöht wird. Diese Kabel gibt es ebenfalls für wenige Euro gebraucht zu erwerben.

Adaption LED-Ring-Objektiv: Auch hier gibt es die abenteuerlichsten Konstruktionen. Ich möchte jetzt "meine" nicht als "Die" Lösung präsentieren, aber es ist glaube ich eine recht gute und preiswerte Möglichkeit, solche Bastelleien an den verschiedenen Objektiven zu befestigen. Benutzt wurde hier ein China-Nachbau eines Cokin-P-Filteradapters, dem sämtliche Filtereinschübe entfernt wurden, damit dieser plan auf dem LED-Ring aufliegt. dieser Adapter wurde mit ausrangierten Schrauben Bspw. aus alten analogen Objektiven etwa in der Größe M 1,2-1,5 auf dem Ring verschraubt. Die Kabeleinführung wurde mit abgeänderten Resten der Metz-Blitzkabel (in diesem Fall SCA-307) erledigt. Durch die Verwendung des "Cokin-Adapters" ist eine problemlose Benutzung an allen gängigen Filtergewinden möglich. Diese passenden Ringe bekommt man recht günstig in der jeweiligen Größe. Zudem lässt sich mit dieser Lösung der LED-Ring stufenlos verdrehen, sollte die Zuleitung aufnahmetchnisch in eine andere Position gedreht werden müssen. Weiterhin bringt es den Nutzern des Cokin-P Systems den Vorteil, ihre Adapterringe auch hierfür nutzen zu können.

 

So, nun ein paar Bilder von den unterschiedlichen "Bastell" - Baustufen z.T. mit Begleittexten.
  
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Die Blitzeinheit vorne am Blitzgerät lässt sich mit zwei Schrauben öffnen. Kabel abschneiden und Reflektor mit Blitzröhre entfernen. Passendes Loch für die Anschlusskupplung. Die sichtbare "Nase" ist wichtig, da sich sonst die Kupplung beim Einschrauben des Anschlusskabels verdrehen könnte. 
  
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Das Reflektorglas von hinten mit einer beliebigen Farbe lackieren. (Ich bevorzuge in diesem Fall schwarz) Nach dem Trocknen die Einbaukupplung einsetzen. Der rückwärtige Alurahmen muss wieder mit eingebaut werden, da sonst die Reflektorscheibe im Blitzgehäuse wackelt.  
  
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Angelötete Anschlusskabel und eingesetzte Reflektorscheibe. Das rote Kabel ist hier die Plusleitung, daß Blaue die Minusleitung und das Gelbe Kabel die Steuerleitung zum LED-Ring. 
  
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Geklebtes Beschriftungspannel auf der Rückseite entfernen. Schrauben auf dem Batteriefach und auf der Rückseite entfernen und das Blitzgerät aufklappen. 
  
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Die gesammten Innereien ausbauen und die Bauteile auf beiden Platinen bis auf den Modi.-Wahlschalter komplett entfernen. (dies muß nicht unbedingt sein, aber es erleichtert das spätere Einbauen der Steuerung für das LED-Ringlicht). 
  
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 Hier auf den Platinen habe ich einfach die Rückseite abgeschliffen. Das erübrigt das Auslöten der Bauteile und entfernt zusätzlich alle Leiterbahnen, die sowieso nicht benötigt werden 
  
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Hier die beiden "gestrippten" Platinen vor dem Einbau. Der noch montierte Schiebeschalter mit 5 Schaltstellungen wir zum Einschalten der Akkuspannung vom Blitzgerät bzw. Powergrip benutzt. Das rote Kabel, welches aus dem Boden des Blitzgerätes kommt ist die Plusleitung des Powergrip, daß weiße Kabel der Minuspol. Die sichtbaren Kabel am Schalter werden noch entfernt, 
  
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Version 1: Die aufgebaute Steuerung (auf einer einfachen Lochrasterplatine aufgebeaut) Das Ganze geht natürlich auch auf einer geätzten Platine, es erfüllt aber so den gleichen Zweck. Das lila Kabel ist in dem Fall die Plusleitung, das Blaue die Minusleitung zur Steuereinheit. Rechts die Anschlusskabel zum Ringlicht. (Rot-plus, blau-minus, gelb-Steuerleutung/Stromfühler) Diese Platine sollte ursprünglich auf die leere original Platine des Blitzgerätes geschraubt werden. (unten links)  
  
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Rechts die Version 2. Hier habe ich eine Platine in den Abmessungen und Befestigungspunkten der original Platine hergestellt und die Bauteile neu verlötet. Unten links die Platine im eingebauten Zustand. Unten rechts sind die Anschlüsse der Schalters für die unterschiedliche Spannungsquellen zu sehen. (Lila ist Plus zur Steuerplatine, orange ist Plus vom Blitzgeräteakku und das Rote ist die Pluszuleitung vom Powergrip). 
  
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Oben: Kleinserie des fertigen "Generators" 
 
 
    
Layout der LED-Ringplatine (Klick auf´s PDF-Logo)
 
Hier noch ein Bild mit den Anschlüssen an dem LED-Ring und den sichtbaren SMD-Widerständen für jeweils 8 LED´s. Hier einen Dank an das "Lötmonster" Klaus.
 
    
Daten des LED-Ring´s (Klick auf´s PDF-Logo)
 
Die fertige LED-Ringlichteinheit mit geändertem und montiertem Cokin-Adapter und neuer Abdeckung auf der Rückseite des "Generators" sowie den verschiedenen Filteradapterringen.
 
 
   
Eine aus 4mm Plexiglas hergestellte und mattierte Diffusor-Scheibe, die man mit einem Klemmring vor den LED-Ring stecken kann. Diese Scheibe reduziert nochmal den Mindestabstand zwischen Objekt und Objektiv. Das soll heißen, daß eine vollflächige Ausleuchtung etwa bei 8-10cm ab Frontlinse erreicht wird und das mit einem weicheren Licht bei etwas geringerer Helligkeit. Das stört aber wenig, da diese Scheibe eben für diesen Fall (geringer Abstand) gedacht ist.
 
  Ein Beispielbild, daß mit der E-1, dem 150er Sigma und montiertem Ringlicht gemacht wurde. Zur Ansicht des Bildes in Originalgröße auf das Bild klicken.
 

Eine Aufnahme leicht von der Seite des Ringlicht an der E-1. Die tatsächliche Helligkeit kommt hier nicht so wirklich rüber. Direktes hineinschauen von vorne ist allerding nicht empfehlenswert.

Ob der Innenbereich des Metallring´s geschwärzt werden muss, wird sich noch herausstellen. Bei den bisherigen Aufnahmen war es nicht nötig. Zu mindest waren keine Reflexionen zu erkennen.